MPU wegen Alkohol
Warum überhaupt MPU?
Bei vielen Verkehrsdelikten besteht eine hohe Wiederholungsgefahr. Am Ende der Sperrfrist muss die Führerscheinbehörde deshalb immer prüfen, ob diese hohe Wiederholungsgefahr immer noch besteht. Oder ob der Bewerber zum Führen eines Kraftfahrzeuges wieder geeignet ist. Um über die Neuerteilung des Führerscheins entscheiden zu können, fordert die Behörde in besonderen Fällen (hohe Promillezahl, Drogen, sehr hoher Punktestand in Flensburg) eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU).
Wenn bei Ihnen eine MPU angefordert wurde,sollten Sie so früh wie möglich handeln! Durch frühzeitige Information und entsprechende Vorbereitung können Sie enorm viel tun, um Ihre Fahreignung wieder herzustellen. Und damit haben Sie alle Chancen auf eine positive MPU.
Übrigens: Auch wenn keine MPU ansteht, kann man nach einer Trunkenheitsfahrt eine Menge für den Führerschein tun. Eine Übersicht sehen Sie hier:
Wegweiser: Führerscheinprobleme durch Alkohol (pdf)
Alkohol: Anlass und gesetzliche Grundlagen für eine MPU
Fahrerlaubnisbehörde hat in folgenden Fällen Zweifel an Ihrer Fahreignung und ordnet eine MPU an:
- eine Alkoholfahrt ab 1,6 Promille Alkohol im Blut oder
- bei wiederholten Alkoholfahrten (schon ab 0,5 Promille)
- wenn die begründete Annahme von Alkoholmissbrauch vorliegt
- bei Alkoholabhängigkeit (hier ist ein sog. "Ärztliches Gutachten" erforderlich)
Die Maßnahmen sind geregelt durch:
Bei einem Alkoholverstoß in der Probezeit ordnet die Führerscheinbehörde eine Nachschulung an. Sollte Ihr Führerschein entzogen sein, so besteht unter besonderen Bedingungen die Möglichkeit einer Sperrfristverkürzung.
Vorbereitung auf die MPU bei Alkohol
Damit Sie Ihren Führerschein wieder bekommen, müssen Sie einen Antrag bei der Fahrerlaubnisbehörde stellen. Diese Behörde finden Sie abhängig von Ihrem Hauptwohnsitz in der Verwaltung der kreisfreien Stadt oder dem Landratsamt. Sie können und sollten den Antrag drei Monate vor Ablauf der Sperrfrist stellen. Der Führerschein kann erst dann wiedererteilt werden, wenn:
- die Sperrfrist abgelaufen ist
- wenn keine Eignungszweifel zum Fahren von Kraftfahrzeugen mehr bestehen (wenn Sie also ein positives MPU-Gutachten vorlegen können)
Dieses Gutachten soll die Behörde in der Entscheidungsfindung unterstützen. Die Begutachtung (MPU) findet stets durch zwei Gutachter, nämlich einen Arzt und einen Psychologen statt.
Ablauf einer MPU
Die MPU richtet sich immer nach der individuellen Fragestellung. Der Ablauf besteht aus 3 Schritten:
- Überprüfung Ihrer Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit an einem Testgerät
- Medizinische Untersuchung
- Verkehrspsychologisches Gespräch
Und darum geht es in diesem Untersuchungsgespräch:
- Wie kam es zu dem Verkehrsdelikt? Welche Verhaltensweisen haben dazu geführt? Worin sehen Sie persönliche Ursachen? Welche Gedanken haben Sie sich nach dem Delikt gemacht?
- Welche Konsequenzen haben Sie aus dem Vorfall gezogen? Was haben Sie sich vorgenommen? Welche konkreten Veränderungen haben stattgefunden?
- Wie können Sie Ihre Vorsätze auch in Zukunft tragen? Was wollen Sie tun, um nicht wieder im Verkehr aufzufallen?
Wie so ein Untersuchungstag und vor allem das Gespräch genau abläuft, können Sie sich hier im Video anschauen.
Tipp: Wenn Sie gar keinen Alkohol mehr trinken, können Sie das mit einem Abstinenzcheck bei der TÜV SÜD Life Service GmbH nachweisen. Ein Anwalt kann Sie dazu beraten und ihnen bei der Anmeldung helfen!
Nach der MPU
Nach der Untersuchung gibt es drei mögliche Ergebnisse eines medizinisch-psychologischen Gutachtens:
- Positiv - die Eignungszweifel wurden ausgeräumt.*
- Kursempfehlung - nicht alle Eignungszweifel wurden ausgeräumt, die Defizite können Sie aber durch den Besuch eines sogenannten "§70-Kurses" beheben.*
- Negativ - die Eignungszweifel wurden nicht ausgeräumt.*
*Wichtig: Das Gutachten ist nur eine Empfehlung für die Führerscheinbehörde - die Entscheidung über Ihren Führerschein trifft letztendlich sie.
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Nehmen Sie jetzt Kontakt mit einem Rechtsanwalt in Ihrer Nähe auf! Das hat folgende Vorteile:
- Er kann Sie juristisch beraten, was nun auf Sie zukommt.
- Er kann Ihnen bei der Abwicklung von Formalitäten (z.B. Antrag auf Neuerteilung des Führerscheins, Anmeldung zur MPU) helfen.
- Er kann Sie bei der Vorbereitung auf die MPU unterstützen.
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